acht aktuelle Anforderungen an CSR-ManagerCSR-Manager sehen sich in den letzter Zeit mit einer Vielzahl aktueller Herausforderungen konfrontiert, wenn es um die Darstellung der finanziellen und nicht-finanziellen Leistungen ihres Unternehmens geht. Neue Anforderungen von Stakeholdern, neue Leitlinien und Standards der Berichterstattung (GRI G4, IIRC, SASB) oder neue Kommunikationsplattformen führen zu einem grundlegenden Wandel der Anforderungen an CSR-Kommunikation und -Management. Im Folgenden einige Hinweise und Links, die die Anforderungen auf den Punkt bringen und helfen sollen, den Weg durch das Layrinth leichter zu finden.

1)    Lücke zwischen Berichterstattung und Strategieentwicklung schließen.

Viele Unternehmen haben entlang der GRI Leitlinien für sich klar definiert, welche Nachhaltigkeitsthemen wesentlich sind und berichten qualifiziert dazu. Die zukünftigen Herausforderungen des CSR-Managements liegen aber eher in der Entwicklung einer nachhaltigen Geschäftsstrategie, die z.B. die Wesentlichkeitsanalyse mit der Weiterentwicklung des Geschäftsmodells verbindet. Standards und Leitlinien steuern dazu gute Prinzipien bei, liefern aber keine fertigen Strategie-Anleitungen. Hier helfen vor allem funktionsübergreifende Zusammenarbeit, ein klares Commitment der Unternehmensführung und Entdeckerfreude bei allen Beteiligten weiter.

 2)    Stakeholdern Informationen über das für sie Wesentliche geben.

CSR ist mittlerweile auch für die Mehrheit der Mainstream-Investoren ein Entscheidungskriterium, aber nur jeder Dritte hält CSR-Reports für eine unerlässliche oder wichtige Quelle. Damit Investoren genauer hinhören, müssen Unternehmen sich in ihrer Kommunikation und Berichterstattung gegenüber den Finanzmarktteilnehmern auf wenige, für die Gesamtperformance des Unternehmens wesentliche CSR-Aspekte und -Indikatoren konzentrieren.  Ein Bericht für alle erfüllt diese Anforderung eher nicht – Spezifizierung der Informationen bei gleichzeitiger Konsistenz ist gefragt. Das gilt natürlich auch für alle weiteren Stakeholdergruppen, wie Kunden, Mitarbeiter, NGOs…

3)    Art, Umfang, Konsequenzen des Stakeholder Engagements darstellen.

Europäische und auch deutsche Unternehmen erzielen auch beim KPMG Qualitätsranking der Nachhaltigkeitsberichte gute und auch signifikant bessere Ergebnisse als Unternehmen aus dem amerikanischen oder asiatisch-pazifischen Raum.  Bei allem Lob haben deutsche Unternehmen – aber nicht nur die – den größten Verbesserungsbedarf beim „Stakeholder Engagement“. Verbessern lässt sich besonders die Darstellung der Prozesse des Engagements und deren Konsequenzen: also wie und in welchem Umfang fließen die gewonnenen Erkenntnisse in die Entwicklung der Strategien, der Wesentlichkeitsprozesse oder der Zieldefinitionen ein? Das dahinterstehende Prinzip der „Stakeholder-Inclusiveness“ ist nicht neu, aber offenkundig immer noch sehr herausfordernd. 2002 stellten die GRI G2 Leitlinien das „Inclusiveness“ Berichtsprinzip vor; mit den G4 Leitlinien ist das Thema in vielen Berichten immer noch nicht gut gelöst.

4)    Social Media Potenzial für CSR-Kommunikation ausschöpfen.

Fast jedes zweite im FTSE4Good gelistete Unternehmen nutzt Social Media Kanäle für seine CSR-Kommunikation. Damit Social Media ihr volles kommunikatives Potenzial entfalten können, müssen Unternehmen aber weniger ihre technischen Plattformen als ihre Bereitschaft und Fähigkeit zu echten Dialogen weiterentwickeln. Hier ein kurzes Stück, wie die Chancen und Potenziale besser genutzt werden können.

5)    CSR-Berichterstattung auch in KMU zum Standard machen.

CSR-Berichterstattung ist für große, multinationale und/oder börsennotierte Unternehmen gelebte Praxis. Das lässt sich komprimiert anhand der GRI Berichtsdatenbank nachvollziehen. Kleine, mittelständische oder nicht börsennotierte Unternehmen – also die anderen rund 99 Prozent der umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen – stellen ihre Nachhaltigkeitsleistungen hingegen kaum dar. Die Herausforderung für viele Verantwortliche in diesenUnternehmen: erst einmal grundlegende Klarheit über Ziele und Nutzen von CSR-Management und –Berichterstattung gewinnen.

6)    Stillstand beim CSR-Management überwinden.

Oekom attestiert den weltweit größten Unternehmen einen Stillstand beim Management sozialer und ökologischer Herausforderungen. Im Ländervergleich liegen deutsche Unternehmen nach finnischen zwar auf Rang 2 der CSR-Performance. Um Fortschritte bei der Umwelt-, Gesellschafts- und Unternehmensperformance zu erzielen, müssen Unternehmen aber stärker über ihren Business Case for Sustainability nachdenken. In diesem Punkt sind sich gerade die institutionellen Anleger sehr einig: Welt retten ohne gesunde Zahlenbasis funktioniert einfach nicht.

7)    Die richtige Auswahl unter Leitlinien und Standards treffen.

Die integrierte Darstellung finanzieller und nicht-finanzieller Unternehmensleistungen gewinnt mit dem <IR> Framework seit der IIRC Gründung in 2011 an Praktikabilität und Bedeutung. Gleichzeitig stehen mit den SASB Standards erstmals seit Jahren weitere Alternative zu den GRI Leitlinien zu Verfügung. Um die Berichtsqualität zu nicht-finanziellen Unternehmensleistungen auch zukünftig zu erhalten, müssen Unternehmen sich über die Besonderheiten und Unterschiede der verschiedenen Konzepte klar werden und die richtige Auswahl oder den richtigen Mix treffen.

8)    Die Entwicklung der Leitlinien- und Standards mitgestalten.

Die Landschaft der Leitlinien- und Standardanbieter wird seit 2011 wieder deutlich bunter – Unternehmen und andere Stakeholder sollten den Wandel nicht nur vom Spielfeldrand beobachten, sondern ihn mitgestalten. Die GRI bietet als Multi-Stakeholder-Organisation ein praktikables und anerkanntes Forum und hat mit Sicherheit noch einen spannenden Weg vor sich.

 

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