Unternehmen sollten jetzt den passenden Rahmen ihrer zukünftigen CR-Berichterstattung klären.

Big foot small shoe

One size fits none – gilt auch für Unternehmensberichterstattung

​Spätestens seit Veröffentlichung der G3 Leitlinien im Jahr 2006 hat sich die Global Reporting Initiative zum globalen „Goldstandard“ für CR-Berichterstattung entwickelt. Mit dem IIRC Rahmenkonzept für Integrierte Berichterstattung und den SASB Standards für den Gesundheitssektor (seit dem 25. Februar 2014 auch für den Finanzsektor) stehen Unternehmen jetzt erstmals seit rund zehn Jahren wieder ernstzunehmende Alternativen zur mittlerweile aktuellen G4 Leitlinienversion offen. Unternehmen sollten diese Chance nutzen, die Diskussion um den für sie am besten passenden Rahmen der CR-Berichterstattung noch einmal erneut zu führen. Die für die jeweilige Situation und Zielsetzung geeignetste Lösung lässt sich anhand einer Reihe grundlegender Konzeptionsfragen zur Unternehmensberichterstattung klären.

Ein erster Blick auf wichtige Unterscheidungsmerkmale der zur Auswahl stehenden Leitlinien und Standards zeigt bereits im Ansatz, wo es für welches Unternehmen in Zukunft lang gehen kann. Die Konzeptdiskussionen sollten allerdings auch die unterschiedlichen Definitionen von Wesentlichkeit und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für die Leser der Berichte sorgfältig abwägen.

Definitionen von Wesentlichkeit

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[columncontent width=“33″]IIRC „A matter is material if it is of such relevance and importance that it could substantively influence assessments of providers of financial capital with regard to the  organization´s ability to create value over short, medium and long term.“[/columncontent]
[columncontent width=“33″]SASB Information is material „if a substantial likelihood that the disclosure of the omitted fact would have been viewed by the reasonable investor as having significantly altered the `total mix`of the information made available.“[/columncontent]
[columncontent width=“33″]GRI Information is material that „may reasonably be important for reflecting the organization´s economic, environmental and social impacts, or influencing the decisions of stakeholders“.[/columncontent]
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Leitlinien und Standards – Unterscheidungsmerkmale

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[columncontent width=“33″]IIRC

  • Ausrichtung auf eine Stakeholder-Perspektive (Kapitalmärkte)
  • Geringer Standardisierungsgrad der Berichte
  • Einbeziehung von CR-Themen in Unternehmensberichte
  • Wenig Orientierungshilfen zu KPI und Messgrößen
  • Berücksichtigung positiver wie negativer externer Effekte
  • Unklarer Mindestumfang der erforderlichen CR-Information[/columncontent]
    [columncontent width=“33″]SASB

      • Finanzmarkt erprobtes Verständnis von Wesentlichkeit
      • Branchenorientierung legt Grundlage für hohe Vergleichbarkeit
      • GRI ist strukturell klar zu integrieren
      • Wenig Orientierungshilfen zu Prozessen und KPI
      • Standard lässt auf  Unternehmensebene ggf. Informationslücken zu
      • Geringer Umfang von Indikatoren pro Branchen (bislang 5 – 11)

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    [columncontent width=“33″]GRI

        • Nutzbar für die Kommunikation mit vielfältigen Stakeholdern
        • Individuelle Feststellung der Wesentlichkeit reduziert Vergleichbarkeit der Berichte
        • Globale Nutzung durch börsennotierte Unternehmen
        • Klare Orientierung zu Berichtsprozessen, KPI und Messgrößen
        • Schließt zukunftsorientierte Informationen ein (expected perfomance)
        • Compliancelastiger Informationsumfang bei Berichten auf „comprehensive“ Niveau

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    Die Diskussion der mit der eigenen Unternehmensberichterstattung verfolgten Ziele, Strategien und Instrumente  hilft Unternehmen, ihren Kommunikationsaufwand effizienter zu gestalten. Außerdem können die in vielen Unternehmen jährlich wiederkehrende Zweifel an der Notwendigkeit, der Ausrichtung oder der Ausgestaltung von Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichten anhand der drei Rahmenkonzepte geklärt werden. Die Flexibilität der einzelnen Rahmenkonzepte und ihre zum Teil gute Kombinierbarkeit erhöht die Wahrscheinlichkeit, eine bessere Passung der eigenen Zielsetzungen und Rahmenbedingungen mit der Unternehmensberichterstattung zu erreichen.

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